Start : Komposition : Vollständiges, chronologisches Werkverzeichnis : Hinweise
–1985 | –1987 | –1989 | –1991 | –1993 | –1996 | –1999 | –2002 | –2006 | –2008

1994 bis 1996

1996

Die Arie von der wilden Sau für Tenor und Klavier
Inhalt und Qualität siehe Überschrift. Mozart hätte dieses Werk wohl "einen musikalischen Spass" genannt.

Tolkien Visions, Studioproduktion
Keyboards und Gesang: Uwe Ungerer
Texte J. R. R. Tolkien
Hörbeispiele bei den CDs.
Auf der Grundlage des grossen J. R. R. Tolkien ist eine Bandbreite unterschiedlichster Instrumental-Kompositionen entstanden, zu denen mich Romane wie "Der Herr der Ringe" oder "Das Silmarillion" inspirierten. Ursprünglich waren es 2 CDs, die ich jedoch 2008 durch Kürzungen in eine CD verwandelte. Gründe für einige der Kürzungen waren insbesondere zwei Werke, die ich inzwischen weder als relevant, noch als besonders gelungen betrachtete.
An dieser Stelle einmal eine Kritik, die mich per mail erreichte:
Guten Tag Herr Ungerer!
Ich habe diesen wunderschönen Sonntag genutzt, um mir Ihre 2 Tolkien-Vision CDs anzuhören und ich kann aufrichtig sagen, das ich von der Musik sehr begeistert bin. Die instrumentalen Stücke sind sehr mysteriös und vielseitig und entführen einen wirklich in die Welt von Mittelerde. Ihre Interpretation des Tolkien-Songbooks gehört zu den besten, die ich bislang gehört habe. Die Zusammenstellung ist musikalisch und klanglich ein echtes Meisterwerk und ich bin sehr froh, dass ich sie mir gekauft habe. Ich besitze inzwischen ca. 60 von Tolkien inspirierte CDs und Ihre musikalische Interpretation gehört sicher zu den 10 Besten, die ich kenne. (...) Dennoch ist es doch etwas schade, dass solche grandiosen Aufnahmen nur auf CDR vorliegen. Deshalb meine Frage: Planen Sie diese wunderbare Musik auch als Fabrik-Version herauszugeben? (...) Nur ein Vorschlag aber ich würde mich freuen, eines Tages ihre meisterlichen Tolkien-Visions als "richtige" CDs in Händen zu halten. Jetzt wo der Hype wegen den PJ-Filme noch frisch ist, wäre doch ein guter Zeitpunkt, oder? Oder gibt es diesbezüglich Schwierigkeiten mit dem Rechterwerb (Stichwort: Tolkien Estate) ? Davon habe ich schon des öfteren gehört. Auf jedenfall vielen Dank für die wunderschöne Musik...Namarie
Michael Schwab

Choralfantasie "Der Tag ist nicht mehr fern", 1. Fassung, für Cello, Orgel und Keyboard
Ein Stück das Hoffnung macht. Auffällig ist der sehr gelungene Schlußsatz, ein Maiestoso von sehr positiver Ausstrahlung. Uraufgeführt beim "Zellerauer Advent" in Würzburg durch Dimitris Giouseljannis, Cello, Dagmar Brams, Orgel und Uwe Ungerer, Keyboard


1995

Wenn ich erhöht werde für Sopran, Alt und Bariton-Solo
Von einfachen, sich immer wiederholenden rhythmischen Motiven auf einer Tonsilbe begleitet, trägt die Altistin zunächst alleine die Verszeilen Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen vor. Viermal schwingen sich im folgenden die drei Stimmen gemeinsam in großzügigen Melismen in exponierte Lagen empor, wodurch der Sinn des Textes verdeutlicht wird. Der minimalistische Klangteppich des Anfangs beschließt auch das Werk. Noten erhältlich.

Drei Pianos Icon Hörbeispiel
Studioproduktion (Keyboards)
Zu diesem Stück schrieb ich 1996: (...) Angeregt von Steve Reichs "Six Pianos" entstand dieses Stück, jedoch unter anderen kompositorischen Verfahrensweisen. Minimalismus ist durchaus erkennbar, aber in keinsterweise konsequent durchgeführt. Wie ein von drei Spielern improvisiertes Stück sollte es klingen, und dieses Gefühl stellt sich wohl am ehesten im langsamen 2. Satz ein. Dieser 2. Satz spielt sich lediglich auf weißen Tasten ab - eine Idee, die schon Schostakowitsch in seinen Präludien und Fugen verwirklichte. Die Form ist sehr traditionell (schnell-langsam-schnell) und endet mehr als überschwänglich in einem Allegro furioso! (...)

Alles hat seine Zeit Icon Hörbeispiel
Eine Kurzkantate für Tenor und Klavier
Ende 1994 gab der Tenor Henning Klocke mir einen Textabschnitt aus dem Buch der Prediger sowie ein Naturgedicht mit der Bitte, diese Texte zu vertonen. Daraus entstanden diese Kurzkantate und das Lied Der Weiher (s.u.). Ich gliederte den Bibeltext in verschiedene Teile, die man duchaus mit dem barocken Kantatenschema (abwechselnd rezitative und ariose Abschnitte) vergleichen kann. Der sehr anspruchsvolle Gesangspart und die gewagte, aber trotzdem ansprechende Musik (Rhythmik und Akkordik!) des detailfreudigen Klavierpartes verfolgen und interpretieren den Textgehalt auf sehr individuelle kompositionstechnische Weise, die dennoch nicht konstruiert wirkt, sondern sehr emotional empfunden ist.

Traum-Theater Icon Hörbeispiel
Studioproduktion (Keyboards)
Zu diesem Stück schrieb ich 1996: (...)Verrückte Rhythmen und Arrangements, "abgedrehte" Sounds, kaum nachvollziehbare Melodien und Grooves, beginnt dieses Stück chaotisch und endet im Desaster! Ein wahrer Feuerwerkszirkus von Verrücktheiten! Die Band Dream Theater stand hierfür Pate und gab dem Werk die nötigen Impulse.(...) Mit dem 2008 entstandenen Musical Traum-Theater hat dieses Werk nichts zu tun.

Erhältlich auf CD.

Nightmare before Christmas Icon Hörbeispiel
Studioproduktion (Keyboards)
Das nachdenkliche, deprimierende und kaum leicht konsumierbare Werk entstand unter dem Eindruck einer kaputt gegangenen Beziehung und hat mit dem gleichnamigen Animationsfilm nichts zu tun. Es gibt eben verschiedene Arten von Albträumen!

Leon Icon Hörbeispiel
Studioproduktion (Keyboards)
Zu diesem Stück schrieb ich 1996: (...)Inspiriert vom gleichnamigen Film von Luc Besson (Die Musik hat aber nichts Programmatisches an sich!), ist dies ein Versuch, Stimmungen zu erzeugen. Jazz Light könnte man es durchaus nennen. Der Anfang ging auch als Begleitmusik in die Weihnachtspopkantate ein - auch unter der Bezeichnung "Stimmung 1".(...)

Erhältlich auf CD.

Der Weiher
Lied für Tenor und Klavier
Nach einem skandinavischen Gedicht, das die friedliche Stimmung eines Heidebildes am Morgen in zarten, filigranen Worten einfängt, entstand dieses Kunstlied.

Melancholie Icon Hörbeispiel
Studioproduktion (Keyboards)
Zu diesem Stück schrieb ich 1996: (...)Schlichtheit, sparsamer Umgang mit Themen, Motiven und dem Einsatz geringer instrumentaler Mittel waren meine Intention und Voraussetzung zur Komposition dieses sehr persönlichen Werkes. Dabei ist der Begriff "Bewegung, wo scheinbare Ruhe ist" eine wichtige Komponente, denn in vielen meiner Stücke (...) herrscht oberflächlich gesehen Ruhe, ja fast schon Stillstand vor, was jedoch durchsetzt ist von Bewegung (Melancholie: Harfe als treibender Motor im ersten Part...), die eine scheinbare Ruhe suggeriert. Wenn ich diesen "unsichtbaren Motor" in Gang setze, ist da sicherlich auch immer ein Stück von mir persönlich enthalten. Zwei Teile daraus sind auch als Begleitmusik in die Weihnachtspopkantate eingegangen(...)
Und zur Ergänzung: Wie viele meiner Keyboardwerke, so diente mir auch die "Melancholie" als Melodienschatz für meine späteren Kinder- und Jugendmusicals. So adaptierte ich den Part 1 für mein Musical Die Stimme der Muyen, wo er als Arie der Muyen Eingang fand.

Erhältlich auf CD.

Jesaia 53 "Siehe, das ist Gotteslamm" Icon Hörbeispiel
für Bariton und Keyboard (oder Orgel)
Der Aufbau dieses Werkes wird durch ein Vers-Refrainschema bestimmt. Nach einem Intro setzt die Singstimme mit dem Text Er war der Allerverachtetste und Unwerteste voller Schmerzen und Krankheit ein, begleitet von melancholischen Mollklängen, erzeugt durch einen Keyboard-Combisound aus Harfe und Streicher (A). Im sog. Refrain Siehe, das ist Gotteslamm wechselt die Begleitung wie selbstverständlich in ein sphärisch klingendes und berauschendes Ges-Dur (B). Die Melodiebögen der Gesangsstimme sind jetzt weiträumiger, getragener und gelangen hier zu ihrem Höhepunkt. Im C-Abschnitt Fürwahr er trug unsere Krankheit fällt die Begleitung wie der Gesang sehr akzentuiert und hart aus. Dreimal erklingen die Teile A, B, C hintereinander, bis das Stück vermeintlich ruhig, doch mit Anklängen an die Harmonik des A-Abschnittes ausklingt. Dadurch entsteht ein fahler Nachgeschmack.

Macht hoch die Tür Icon Hörbeispiel
für 4-6stimmigen gemischten Chor a capella
Komponiert für den Gemischten Chor Neuendettelsau, der dieses romantische und für den Laienchor enorm schwierige Stück zur Aufführung brachte. Der Text ist die erste Strophe des bekannten Gesangbuchliedes.

Xmas One , Studioproduktion (Keyboards)
Zu diesem Stück schrieb ich 1996: (...)Weihnachtsmusik ist wohl etwas übertrieben gesagt, denn eine "weihnachtliche Verklärtheit" ist doch nur scheinbar vorhanden. Im langsamen Einleitungsteil glaubt man nie genau zu wissen, wie der harmonische und melodische Fortgang funktioniert. Erst nach oftmaligem Hören erschließt sich einem so etwas wie ein System. Der schnelle Mittelteil läßt groovige, jazzige und popige Elemente zusammenfließen. Mit Weihnachten hat das wohl wenig zu tun, aber es geht auch hier nicht um die "Engel des Herrn", als vielmehr um eine (innere) Unruhe, die selbst so ein Fest wie Weihnachten nicht abstellen kann.(...)

Erhältlich auf CD.

Xmas Two Icon Hörbeispiel
Studioproduktion (Keyboards)
Zu diesem Stück schrieb ich 1996: (...) Elemente, die schon in den vorangegangenen Stücken festzustellen sind, habe ich auch hier - vielleicht noch extremer als in "Melancholie" ... - aufgegriffen. Philip Glass und andere Minimalisten standen Pate für diese weihnachtliche Klangorgie.(...) Teile von Xmas Two gingen als Ideengeber und harmonische oder auch melodische Basis in mein Musical "Das Wasser des Lebens" ein.

Erhältlich auf CD.

Weihnachtspopkantate "...und Friede auf Erden", 1. Fassung, für Chor, Solo-Stimmen und Keyboards
Uraufgeführt vom Neuendettelsauer Gesangverein unter Mitwirkung von Rebecca Backus (Solo-Sopran) und Reinhard Geuder (Evangelist)


1994

Ihr Mädchen, Seufzen sei verbannt, für Frauenchor und Klavier
Text: deutsche Übersetzung des Shakespeare-Textes Sigh no more, ladies, sigh no more aus "Much Ado about Nothing" (Viel Lärm um Nichts)

Vangelesk Icon Hörbeispiel
Studioproduktion (Keyboards)
Zu diesem Stück schrieb ich 1996: (...) Wie der Titel schon verrät, handelt es sich um ein von der Art der Ausführung den Werken Vangelis´ähnliches und angelehntes Stück, welches auch als Begleitmusik in die Weihnachtspopkantate eingegangen ist. Es ist aber auch eine Verbeugung vor dem großen Keyboardmeister und eine Hommage an den Komponisten Vangelis.(...)

Erhältlich auf CD.

Now I´ts Dark, Studioproduktion
Keyboards, Samples und Gesang: ich
Mix: Wave Sound Studio Jossa, Gerhard Ziegler
Das Stück "Now It´s Dark" war bis dato das aufwendigste Studio-Werk, das ich je produziert hatte, inzwischen nur von der "Mondnacht" übertroffen. Neben der Tatsache, dass dieses Epos über zwanzig Minuten dauert, beinhaltet es auch eine Fülle von Samples und Original-Tonspurfragmenten aus "Blue Velvet", einem Film von David Lynch. Aus diesem Film stammt auch der Titel: Now It´s Dark. Zudem gab es eine Menge zusätzlicher Gesangs- und Backgroundtonspuren, die nötig waren, um all die Emotionen auszudrücken zu können, die ich mit diesem Stück damals verband.
Hörbeispiele bei den CDs. Erhältlich auf CD.

It´s O.K.! Studioproduktion – CD-Album
Keyboards, Samples und Gesang: ich
Einige Keyboardworks, die inhaltlich und thematisch zusammenpassten, vereinte ich zum Konzept-Album It´s OK!, das einige herausragende Keyboardworks beinhaltete. Ende 1994 wurde die Idee wieder verworfen und erst zwei Jahre später erneut aufgegriffen, diesmal mit dem Titel: It once was bright - now It´s dark. Das ursprünglich geplante Konzeptalbum ist mit Abstrichen (z.B. ohne Milesdesk u. The Long Way) also doch noch entstanden.
Hörbeispiele bei den CDs
Die wichtigsten Stücke des ursprünglichen und des letztlich entstandenen Albums:
Now It´s Dark
Milesdesk – Zu diesem Stück schrieb ich 1996: ...Bewegung und nochmals Bewegung. Ein zehnminütiger Jazz-Orgasmus sollte es werden, und ich denke, es kommt schon ganz gut hin! Die percussiven Elemente habe ich bis zum Exzess ausgereizt, und die Unspielbarkeit meiner Schlagzeugarrangements ist hier ausnahmsweise voll beabsichtigt. Aber auch die "milesdesken" Improvisationen entbehren jeglicher Realität. Das ist einfach nur Keyboardmusik, für eine Band nicht realisierbar. Zum anderen eine Hommage an den größten aller Jazz-Giganten: Miles Davis!(...) Manche dieser Aussagen kann ich heute im Jahr 2008 nicht mehr ganz unterstreichen, und dennoch ist und bleibt es eines meiner Lieblingskeyboardworks!
The Long Way – Zu diesem Stück schrieb ich 1996: (...)Ein langer Weg bis zum Glück. Ein Thema, das mich auch jetzt noch beschäftigt. Jazzig, poppig und ziemlich "abgefahren", in großen und ganzen nicht das Gefühl erweckend, dem Glück schon ein Stück näher gekommen zu sein.(...)
Crazzzy
It´s OK!
Intro
Ballade u.a.
Erhältlich auf CD.

Psalm 62 "Stille zu Gott" Icon Hörbeispiel
2. Fassung, für Sopran, kleine Trompete und Streichorchester
Als Auftragskomposition schrieb ich dieses Werk für das Vaihinger Kammerorchester, welches es im Juni 1994 unter meiner Leitung auch uraufführte. Die Solistin war damals Rebecca Backus.

Startseite | Impressum | Kontakt